Jahr: 2020

„Du kriegst hier richtig die Insights, Carli…“
Interview

„Du kriegst hier richtig die Insights, Carli…“

Eine Interview zu Nackte TiereAm Sonntag lief in der CrossSection Encounters/Generation 14plus das Regiedebüt von Melanie Waelde: „Nackte Tiere“. Zu meinem großen Glück zählen drei Menschen aus dem Team zu meinen besten Freunden, wie ich besuchen sie viel die Berlinale und so treffen wir uns in der Nähe des Zoo Palasts im Schleusenkrug zum Frühstück und ich stelle ihnen ganz offiziell ein paar Fragen. Darauf wird natürlich sehr inoffiziell geantwortet und so möchte ich gleich zu Beginn festhalten, dass viele der Fragen mit einem gewissen Maß an Ironie beantwortet wurden!Könnt ihr mir einmal sagen wie ihr heißt, was euer Lieblingsessen sowie -tier ist und was ihr bei Nackte Tiere so gemacht habt?Hallo, ich bin Fion Mutert, mein Lieblingsessen, würde ich jetzt mal so aus meinem Bauchgefühl r...
„It’s not an easy story but it has a lot of heart“
Interview

„It’s not an easy story but it has a lot of heart“

Interview with Alexandre Rockwell and Lana Rockwell from Sweet ThingWe meet the director of Sweet Thing and the actress of Billie Lana Rockwell at the CinemaxX. We are greeted warmly and go over to their hotel because at the CinemaxX it is too loud. We are very happy that the interview worked.We talk briefly about our blog and then the interview starts!Anna: Billie Holiday is a big topic in the film and Billie is also named after her.Why did you choose to include Billie Holiday in your film?Alexander Rockwell (director): There is kind of an aura about Billie Holiday. She has a lot of pain in her life but she’s such an elegant person, she is almost like a dream. There is something very beautiful and kind of dreamy about her but she suffered a lot. I thought she would be a great hero for the...
Über die Liebe zur Welt
Interview

Über die Liebe zur Welt

Interview mit Robin L’Houmeau aus „La déesse des mouches à feu“ Obwohl der Großteil des Filmteams von La déesse des mouches à feu leider bereits Montag den Weg zurück nach Kanada angetreten hat, hatte ich zu meiner Freude doch noch die Möglichkeit ein Interview mit Robin L’Houmeau - dem Schauspieler von Keven - zu führen. Ich werde herzlich von Robin begrüßt, als wir uns am Dienstagnachmittag vor dem CinemaxX treffen, und wir machen uns auf den Weg in einen gemütlichen Raum in einem der naheliegenden „Berlinale-Gebäude“. Nachdem wir uns ein bisschen über die großartige Stimmung auf dem Festival ausgetauscht haben, ist Robin bereit für meine Fragen. fGR: Wie bist Du zum Film gekommen? Hattest du einen persönlichen Grund, wieso du daran mitwirken wolltest?Robin: Zum Film bin ich durch ein n...
Verwurzelung und Entwurzelung
Interview

Verwurzelung und Entwurzelung

Vom Nicaragua-Kanal hatte ich vor Programmausgabe der diesjährigen Berlinale und damit Perro noch kaum etwas gehört. Als ich mich kurz einlies, wurde mir klar: mit dieser Regisseurin brauche ich ein Interview. Über diesen Film möchte ich unbedingt sprechen. Es ist mein Glück, dass Lin in Berlin wohnt und deshalb für das ganze Festival anwesend ist. Am Mittwoch nach dem morgendlichen Screening in der Urania nimmt sie sich eine halbe Stunde Zeit für mich.Freie Generation Reporter: Es ist ja die erste Vorstellung, die unter der Woche und vor Schulklassen lief - hat dich irgendeine Reaktion besonders überrascht oder gefreut?Lin Sternal: Mich hat überrascht, dass grundsätzlich so eine gute Stimmung herrschte. Ich hatte das Gefühl, die Schüler waren sehr konzentriert, obwohl es ein so langsam er...
Über Geschlechterrollen im Spanien der 1990er Jahre
Interview

Über Geschlechterrollen im Spanien der 1990er Jahre

Las Niñas ist ein Film im diesjährigen Generation KPlus Programm mit einer starken jungen Hauptdarstellerin, der langsam die Ungerechtigkeiten, die so vielschichtig gegenüber Frauen ausgeübt werden, bewusst werden. (Zur Kritik geht's hier). Mit den Hauptdarstellerinnen konnte ich bereits letzten Sonntag sprechen. Mit der Regisseurin Pilar Palomero hat es schließlich auch noch über WhatsApp geklappt: freie Generation Reporter: Can you tell me a bit about the background of the film?Pilar Palomero: The film is not autobiographical, but a lot of my childhood experiences have flown into Las Niñas. A few years ago, when I was thinking about making a film about my education, I found my notebook from my religion class in grade 6. I read an essay, which is exactly the one that appears in the film, ...
Giving a voice to the voiceless
Hintergrund

Giving a voice to the voiceless

Schon bei Herausgabe des Berlinaleprogramms fragte ich mich, ob ich wirklich die richtige Person bin, eine Kritik zu diesem Film zu schreiben. Das frage ich mich auch immer noch. Da ich es nicht über mich gebracht habe, einen Hintergrundartikel zu diesem Thema zu schreiben, verwandle ich meine Kritik in einen Kommentar und kombiniere beides. Es ist ein Thema, das mir seit Jahren am Herzen liegt, das mich bei jeder Diskussion emotional an die Grenzen treibt und mich regelmäßig beim bloßen Gedanken daran zum Weinen bringt.Das ändert sich auch bei Victor Kossakovskys Film Gunda nicht. Auch vom Ende der Berlinale bin ich emotional aufgeladen, aber die Tränen wären auch so geflossen. Mit wahnsinniger Ruhe und Einfühlsamkeit begegnen wir den drei meistgenutzten Tieren der westlichen Welt. Es beg...
Gewinnerfilm in schwarz-weiß
Kritik

Gewinnerfilm in schwarz-weiß

Sweet Thing erzählt rührend eine ernste und traurige Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt, Kindheit und dem Alkoholkonsum der Eltern. Hier kann man weinen, geschockt sein und zugleich an manchen Stellen lachen.Billie und ihr kleiner Bruder Nico leben bei ihrem alleinerziehenden Vater. Sie lieben ihren Vater sehr, doch wenn der Alkohol von ihm Besitz ergreift, wird er zu einem anderen Menschen, der sich nicht unter Kontrolle bringen kann. Da er nicht in der Lage ist sich richtig um seine Kinder zu kümmern, sind die Geschwister oft auf sich alleine gestellt. Auch ihre meist abwesende, unverantwortliche Mutter bietet keine Hilfe. Die Familie, die in allen Schwarz-Weiß-Tönen dargestellt ist, führt ein vergessenes Leben.Im Sommer begeben sich die Geschwister und ihr neuer Freund Malik auf...
Coming of age – von Senegal nach Paris
Kritik

Coming of age – von Senegal nach Paris

Eine Kritik zu Mignonnes Die 11-jährige Amy ist gerade erst mir ihrer senegalesischen Großfamilie nach Paris gezogen und versucht sich in dieser neuen, ihr völlig fremden Welt zurecht zu finden. Sie trifft auf vier Mädchen in ihrem Alter, die sich ganz anders benehmen als alles was sie bisher kennt. Sie tragen knappe, coole, „hippe“ Klamotten und vor allem: sie tanzen unglaublich gut! Sie tanzen so, wie sie aussehen: sehr sexy, sehr aufreizend. Das ist ihnen jedoch nicht annährend bewusst. Amy ist davon völlig fasziniert – sie möchte dazu gehören und genauso gut tanzen. Sie findet Anschluss und arbeitet mit der Gruppe zusammen auf einen Tanzwettbewerb hin. Sie wird eine von ihnen, in jeder Hinsicht. Sie stellen ihre Videos in sozialen Medien bereit. Sie erhalten durch eine unglaubliche Anz...
Schillernd für die Gleichberechtigung von transgender Menschen
Kritik

Schillernd für die Gleichberechtigung von transgender Menschen

Standing Ovations noch während des Abspanns. Das Publikum tobt. So eine starke Reaktion habe ich all die Jahre, die ich mittlerweile schon auf die Berlinale gehe, noch nicht erlebt. Wenn ich bei Meu Nome é Bagdá schon meinte, dass der Film den Nerv der Zeit trifft, so übertrifft Alice Junior dies noch. Eine Geschichte über ein transgender Mädchen auf der Berlinale in Berlin. Ein passenderes Publikum für die internationale Premiere kann vermutlich kaum gefunden werden. Alice, gespielt von Anna Celestino Mota, ist YouTuberin in der brasilianischen Großstadt Recife. In ihren Videos spricht sie über die Hoffnung auf ihren ersten Kuss und thematisiert offen, dass sie transgender ist. Für ein neues Arbeitsprojekt muss der Vater für einige Monate in eine sehr ländliche und konservative Gegend im ...
Was ist es, wenn es nicht Liebe ist?
Kritik

Was ist es, wenn es nicht Liebe ist?

Jumbo erzählt die Geschichte einer jungen schüchternen Frau namens Jeanne, die Gefühle für das Fahrgeschäft ,,Movie It" entwickelt, welches sie ,,Jumbo" nennt. Jumbo kommuniziert anscheinend nur mit ihr und das durch Farben uns Signale. Jeannes Mutter, die sonst kein Problem hat mit ihrer Tochter über Sex zu reden, weiß auch nicht, wie sie mit dieser außergewöhnlichen sexuellen Orientierung umgehen soll und gleichzeitig macht sich der Parkleiter an Jeanne ran. Wie Zoe Wittok, die Regisseurin, erzählte, hatte der Film ein extrem kleines Budget, da die Studios nicht bereit waren, in ein Thema zu investieren, von welchem die wenigsten je was gehört haben. Doch zu Jumbos Vorteil sieht der Film gar nicht low-budget aus. Die überraschend guten Effekte, das tolle Set Design, die gute Kamera und d...