Lángbogár a zsebemben

Allein die Welt entdecken

Kritik zum K+ Kurzfilmprogramm 1

Bei der diesjährigen Berlinale habe ich Kurzfilme richtig zu schätzen gelernt. Ich fand sie sehr poetisch, gerade weil sie keine großen Handlungen aufmachen, sondern alles in einem kleineren Rahmen erzählen. Sie bieten viel Interpretationsraum beim Publikum, die Handlung für sich selbst zu verstehen und sich vorzustellen, wie es weiter gehen könnte.
 
Mit dem K-plus Programm 1 hat die Berlinale in diesem Jahr wieder ein Programm für die jüngsten Zuschauer, ab 5 Jahren. Im vergangenen Jahr gab es für diese Altersgruppe kein Programm.
K-plus 1 besteht aus vier Kurzfilmen, davon sind drei Zeichentrickfilme und einer ein Realfilm.
 
In den vier Filmen begeben sich die Held*innen alleine auf abenteuerliche Reisen, an deren Ende sie sich einen eigenen Zugang zur und eine eigene Sicht auf die Welt geschaffen haben.
Ein Thema, was vor allem für diese Altersgruppe relevant sein dürfte, da auf jüngere Kinder mehr aufgepasst wird und sie auch aus Vorsicht meistens in Begleitung Erwachsener unterwegs sind. In diesen 4 Filmen widersetzen sich die jungen Protagonist*innen gegen die Verbote der Erwachsenen und überwinden auch ihre eigene Angst vor dem Unbekannten.
Die Filme nehmen uns mit auf diese Reisen, die manchmal auch unheimlich, dadurch aber besonders eindrücklich sind.
Beeindruckend sind auch die Bilder, die in den Filmen durch unterschiedlichste Techniken entstanden sind.
 Lángbogár a zsebemben

© Janka Feiner


„Lángbogár a zsebemben“ (Fire in my Pocket, Feuer in meiner Hosentasche) zum Beispiel ist ein ungarischer Film von Janka Feiner, in dem gleich zwei Welten erschaffen wurden. Die „echte“ mit 2D-Animation und die magische mit Stop-Motion, hier wurden Figuren und Welt aus vielen verschiedenen Materialien gebaut. Besonders beeindruckt haben mich hier in Zeitraffer wachsende Pilze, die in die Stop-Motion-Kulissen eingefügt wurden und die absolut magisch aussehen.
Der Film handelt von einem Kind, das gerne Streiche spielt und schließlich einem kleinen Feuerwesen in der Nacht in diese andere Welt folgt, in der die beiden viel Spaß haben, bis das Feuerwesen anderen wehtut und unsere Hauptfigur entscheiden muss, was Spaß ist und ab wann man aufhören sollte.
 202612014

© Janka Feiner


Ebenfalls besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Film „Under The Wave off Little Dragon“ (Unter der Welle vor Little Dragon) von Jian Luo mit Wang Kexin und Jessica Dong aus Großbritannien. Er handelt von der sechsjährigen Feifei, die mit dem Tod konfrontiert wird, als ihr Goldfisch stirbt. Einziger Anhaltspunkt für ihre Suche nach Antworten ist ein Volksmärchen aus der Heimat ihrer Mutter, mit dem sie sich auf den Weg macht.
Wir folgen Feifei, die eine mutige und lustige Heldin ist, durch den kleinen walisischen Küstenort und lernen die Erwachsenen kennen, mit denen sie zu tun hat. Der einzige Nicht-Animationsfilm in diesem Programm ist überraschend und schön.
In der letzten Szene wird auch dieser sehr magisch, als Feifei alleine an den Strand geht und das Mondlicht die Wellen zum Leuchten bringt. Damit hat dieser Film, wie die anderen drei Animierten eine außergewöhnliche Szenerie geschaffen.
 202613958

© Greg Oke

Auch „ÖÖmõtted“ (A Serious Thought, Nachtgedanken) von Jonas Taul aus Estland und der schweizerische Film „Bats & Bugs“ (Nachtschwärmer) von Lena von Döhren sind sehr ansprechende Kurzfilme. Mit dem K-plus Programm 1 hat die Berlinale dieses Jahr ein sehr poetisches und buntes Programm geschaffen, in dem Kinder großen Mut beweisen.


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