Laute Musik, Glitzer-Make-up und zum zigsten Mal die Choreografie durchgehen, so bereitet sich Camille(Florence Saint-Yves) auf die Aufnahmeprüfung einer Tanzschule vor. Ihre Schwester Agathe(Anne Florence) hat bis jetzt nicht so einen guten Morgen, unzufrieden mit sich selbst und genervt, dass sie ihre Schwester zum Vortanzen fahren muss.
Von Beginn an bemerkt man die neckende und doch liebevolle Dynamik der zwei Schwestern. Beide reißen Witze auf Kosten der anderen und Agathe scheut sich nicht, Camille ihren Frust spüren zu lassen. Als die Juroren Camille bei dem Vortanzen nicht tanzen lassen und ihr raten, sich lieber für kostenlose Tanzstunden im Gemeindezentrum nebenan anzumelden, tritt ihre Schwester für sie ein. Gemeinsam tanzen sie und füllen den Raum mit Energie. In dem Moment sind die Juroren egal, es gibt nur Camille und Agathe.
Visuell wird diese Handlungsebene durch das verschwimmen des Bildes untermalt. Für die Aufnahme auf der Tanzschule hat es leider nicht gereicht, doch die Schwestern wurden daran erinnert, wie froh sie sind, sich gegenseitig zu haben. Der Kurzfilm zeigt die Beziehung von Schwestern, die ich jedem, der selber eine Schwester hat, wünsche. Auch wenn Schwestern manchmal sehr gemein zueinander sein können, stehen sie zweifellos immer füreinander ein. Agathe macht sich zwar über Camille lustig, aber sobald jemand anderes dies tut, verteidigt sie ihre Schwester unerbittlich. Egal welche Themen die Schwestern gerade privat beschäftigen sie können sich immer aufeinander verlassen.
„Cˋest ma soeur“ von Zoé Pelchat spielt an einem sonnigen Sommertag. Die helle Farbgebung transportiert ein Gefühl von Sonne auf der Haut und dem Geruch nach Sonnencreme. Der Kurzfilm ist eine Hommage an die Schwesternschaft, er hinterlässt ein warmes Gefühl im Bauch und Lust auf den Sommer.


