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Nachdem ich ‘Papaya’ bei der Berlinale geschaut habe, ein Animationsfilm über einen Papaya-Samen im Regenwald, fahre ich durch die Straßen von Berlin. Zwischen Beton und Asphalt steht nur vereinzelt die gleiche Baumart Seite an Seite in kleinen Vierecken zwischen Straße und Bürgersteig. Zwischen den hektischen Bewegungen der vorbeifahrenden Menschen wirken die Bäume starr und leblos und gleichen eher einem Gebäude als einem Lebewesen. Es fällt es mir schwer die Natur in ihnen zu sehen und die Vorstellung eines bunten und vielfältigen Regenwald-Ökosystems, so wie es in Papaya zu sehen ist, ist so weit entfernt.
Der Film Papaya spielt mit einer Vermenschlichung der Pflanzen, die durch ihre animierten Augen und Münder genauso wie Menschen Emotionen ausdrücken, wodurch es für uns leicht ist, uns in sie hinein zu fühlen und für ihren Schmerz Empathie zu entwickeln.
Aber wo bleibt unsere Empathie mit unserer echten Umwelt?
Wo bleiben unsere Beziehungen mit der Natur, die uns zwingen, sie genauso zu schützen wie unsere liebsten Menschen?
Es ist leicht, im Alltag der menschengeschafften Monokultur – der Stadt – den Regenwald zu vergessen. Unser urbanes System scheint oft so, als würde es unabhängig von Natur funktionieren, aber unser urbanes Leben ist kein balanciertes Ökosystem. Es ist eine isolierte Monokultur, die nur durch die Ausbeutung anderer funktionierenden Ökosystem wie dem Regenwald standhaft bleiben kann. Für unseren Fleischkonsum wird der Regenwald abgebrannt, für unser Papier und unsere Möbel wird er abgeholzt, für unsere elektronischen Geräte werden Minen errichtet, die Rohstoffe, wie Eisen, Aluminium, seltene Erden, Öl und Gas aus dem Boden extrahieren.
Darüberhinaus scheint uns die Empathie zu fehlen für unsere eigene Art- die Menschen, die durch Umweltzerstörung vergiftet und vertrieben werden oder die, dessen Kultur und Gemeinschaften verloren gehen.
Wie können wir es also schaffen, uns in unserer von menschen-gebauten Umwelt auch über Grenzen und Ozeane hinweg mit Natur und Menschen zu verbinden, anstatt in unserem Alltag den Folgen unseres Konsums, unseres kapitalistischen Systems und unserer Politik gegenüber ignorant zu werden?
Die Antwort darauf ist vielschichtig und themenübergreifend.
Aber ein erster Schritt in der Wiederherstellung von unserer Beziehung zur Natur ist es vielleicht in unserer Heimat, der Stadt, auf die vorhandene Natur zu achten, ihre Kommunikation, die für uns nicht auf den ersten Blick sichtbar ist, wahrzunehmen und uns, wenn es das ist, was wir für unsere Empathie brauchen, vielleicht auch manchmal vorstellen, diese Lebewesen hätten, wie in dem Film Papaya, Gesichter und Gefühle, die genau so ein gesundes und vielfältiges Leben verdienen wie wir.
Video von Anouk Segebart und Liv Heyden. Musik: „Baixi Baixi“ von Yeahman und Alina Project.


