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Bunte Ausdruckslosigkeit

,,Stadt der Schornsteine: In der Zeit gefangen“ erzählt die abenteuerliche Geschichte von dem Schornsteinfeger Lubiccini, der auf dem Weg seinem Freund Poupelle wiederzusehen in einer Parallelwelt landet und dort eine wichtige Uhr reparieren soll.

Der Film zeichnet sich vorallem durch die kreativen und bunten Animationen aus, der durch die katoonartig dargestellten Charaktere getragen wird. Lubiccini ist ein aufgewecktes und lustiges Kind, dem man gerne bei seinen Expeditionen zusieht. Das wurde im Kinoerlebnis besonders durch die Zurufe der jungen Zuschauerschaft deutlich.

Die besondere und zu Beginn holprige Freundschaft zwischen Lubiccini und einer grumpy Katze bewegt einen sehr. Sie zeigt auf, wie sehr gemeinsame Erlebnisse zusammenschweißen können.

Ein sehr auffallendes Element in dem Film ist die Symbolik der Uhr, die für das Vergehen von Zeit steht. So wird eine junge Zielgruppe an diese Themen auf eine spielerische Art und Weise herangeführt. Die Uhren symbolisieren auch das Warten von Lubiccini auf seinen Freund Poupelle. Doch auch in diesem schwer auszuhaltenen Zwischenraum bleibt die Zeit nicht stehen und er lernt weiter zu machen.

Leider sind die Handlungen und Twiste der Geschichte relativ absehbar und keineswegs überraschend. Der Spannungsbogen des Films ist sehr klassisch aufgebaut. Im Fokus steht mehr die Spannung als das Erzählen einer herzerwärmenden und berührenden Geschichte.

Desweiteren gibt es keine aktiven Frauenfiguren in dem Film, die bemerkenswert zum Plot beitragen. Die Liebesgeschichte in dem Film beginnt tatsächlich mit einem Übergriff, der auch im Laufe des Films nicht aufgearbeitet wird. Derweil bleibt die Beziehung oberflächlich, reproduziert Stereotype und trägt nicht zur Geschichte bei.

Der schlussendliche Plot zur Lösung des Rätsels liegt an einem Typ, der nicht über seine verflossene Liebe hinwegkommt. Der Charakter lernt nicht zu wachsen, sondern verändert sich erst, als sich die Lücke in seinem Leben wieder schließt. Diese fehlende Charakterentwicklung zieht sich durch. Auch Lubiccini bleibt ein wenig in sich selbst gefangen. Anstatt zu zeigen, dass die Abwesenheit von einem Freund schmerzhaft und schrecklich ist, aber das man darüber hinwegkommen kann, wird Unzuverlässigkeit idealisiert: Es ist in Ordnung zu verschwinden und sich nicht mehr zu melden. Die andere Person in der Freundschaft muss nur genug Vertrauen aufbringen.

Der Film wurde von den Kindern geliebt, ist sehr plotintensiv und witzig. Dennoch bleibt die Frage offen, was der Film für einen Mehrwert bietet. Als Actionfilm sicher großartig, aber als Generationsfilm mehr als ungeeignet.

Bildquelle: © Akihiro Nishino / „Chimney Town: Frozen in Time“ Production Committee

  • Zaide E.

    Zaide (18) liebt alles was mit Geschichten und Theater zu tun hat. Bei den Freien Generation Reporter:innen schreibt sie, um sich dabei noch intensiver mit den Filmen auseinanderzusetzen. Sie freut sich über alle kreativen Aufgaben, die sich ihr in den Weg stellen.

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