Die Berlinale-Sektion Generation gibt es nun offiziell seit 2007, der Generation Badge wurde jedoch erst letztes Jahr neu eingeführt. Dieser ist für 14- bis 25-Jährige vorgesehen, die mithilfe des Badges kostenlos mehrere Vorstellungen und Events der Generation-Sektion besuchen können. Die Berlinale ist damit das einzige der großen Festivals, das eine Akkreditierung für ein so junges Publikum anbietet.
Die diesjährige Edition des Badges startete mit einem Kick-off im Haus der Kulturen, damit sich alle Badge-Teilnehmer*innen noch vor dem offiziellen Start der Berlinale kennenlernen konnten. Auffallend war die stark internationale Besetzung der Badge-Teilnehmenden, weshalb Englisch die Hauptsprache war. Darüber hinaus wurden verschiedene Institutionen vorgestellt, die das Rahmenprogramm bilden. Darunter waren Projekte wie MPower, New Motion, Drehs Um sowie Filmfestivals wie Youki und PrevYou vertreten.
Es war eine tolle Möglichkeit, nicht nur die anderen Teilnehmer*innen kennenzulernen und sich zu vernetzen, sondern auch die Gesichter hinter den Projekten kennenzulernen. Die Institutionen hatten im Rahmenprogramm jeweils eigene Zeiten, in denen sie verschiedene Workshops und Panels angeboten haben, damit man sie besser kennenlernen konnte. Dies ermöglichte einen guten Einblick in deren Arbeit und markierte einen einfachen und diversen Einstieg in die Filmwelt.
Das HKW ist der Hauptsitz der Generation-Sektionen, wo viele Premieren, aber vor allem die Eröffnung und Preisverleihung stattfinden. Für die Badgies gab es eine gemütliche Area mit Sitzsäcken zum Entspannen und Kennenlernen. Außer im HKW konnte man natürlich auch Screenings im Zoo Palast, Urania, Cubix und weiteren Locations besuchen.
Was das Screening-Programm an sich angeht, war dieses sehr divers und hat viele Perspektiven abgedeckt.
Letztes Jahr bot der Badge nur Zugang zu den typischen 14plus- und K+-Filmen. Dieses Jahr hatte man die Möglichkeit, ausgewählte Filme aus Programmen wie Panorama, Berlinale Special, aber auch einen Wettbewerbsfilm anzuschauen. Verständlicherweise waren es nur ein paar ausgewählte Filme, auf die die FSK 14 zutraf. Nichtsdestotrotz war allein dieser Schritt wichtig, da Jugendliche nicht nur unter sich bleiben, sondern möglichst viele Perspektiven sammeln sollte. Man hatte außerdem Zugang zu zwei Talents-Veranstaltungen, die vor allem für Badgies mit Interesse an der Filmindustrie wichtig waren.
An einem Mittag hatte man die Möglichkeit, mit einigen Professionals aus den Generation-Filmen an einem Roundtable zu sitzen und mehr über deren Arbeit an den Filmen zu erfahren. Vertreten waren Departments wie Kamera, Ton, Montage, Animation und Production Design. Dies war mein persönliches Highlight.
Neben dem Roundtable und den Workshops wurden spezielle Meetings nach bestimmten Filmen angeboten, um über die Filme zu sprechen. Dies erleichterte besonders das Ansprechen anderer Badgies und war allgemein ein schönes Angebot.
Neben all den Talks und Diskussionsrunden wären auf jeden Fall ein paar zusätzliche Workshops wünschenswert, zum Beispiel weiterführend vom Roundtable über verschiedene Filmdepartments oder zur Arbeit an Filmfestivals wie der Berlinale.
Allgemein war die Atmosphäre sehr entspannt und sicher. Man konnte täglich das Awareness-Team in den lila Westen erkennen und problemlos ansprechen. Das vielfältige Angebot wurde niemandem aufgezwungen und konnte individuell genutzt werden.
Das Angebot orientierte sich an allen möglichen Interessen und Levels. So gab es Menschen, die professionell an Filmsets arbeiten, Filmfestivals kuratieren, Teil eines Projekts sind oder einfach filmbegeistert sind.
Das Badge-Rahmenprogramm wurde mit einem Closing Event abgeschlossen. Am letzten Berlinale-Tag versammelten sich einige der Badgies, um Feedback zur Akkreditierung zu geben und sich ein letztes Mal zu vernetzen. Schlussendlich wurden die schönsten Erinnerungen aus der Berlinale-Zeit auf einem Blatt Papier festgehalten und in einen Briefumschlag verpackt, der nach ein paar Wochen nach Hause geschickt wird.


