Autor: Liv Thastum

Liv Thastum, *1997 in Berlin, beendet zurzeit den Master Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus. Sie war unter anderem für die Medien Litradio, Pfeil&Bogen und die dänische Zeitung Arbejderen tätig. Seit 2013 schreibt und leitet sie die Freien Generation Reporter:innen. Ihre deutschen und dänischen Texte wurden in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht und mehrfach ausgezeichnet. 2024 wurde sie für den 32. Open Mike nominiert und war Preisträgerin des WORTMELDUNGEN Förderpreises.
Das Band zwischen Mutter und Kind
Kritik

Das Band zwischen Mutter und Kind

Von dem Momentan an, an dem wir beginnen zu Existieren sind Mutter und Kind verbunden und bis wir sterben bleiben wir es. In der Achterbahn des Lebens verlieren wir uns aus den Augen und finden uns wieder, Hindernisse werden zu Konflikten, Kleinigkeiten zu Streit – jeder Mutter-Kind Beziehung ist anders - aber egal wie, verbunden bleiben wir immer.Auch die Filme im diesjährigen Berlinale Generation Programm beschreiben die einzigartige Beziehung zwischen Mutter und Kind. Viele Drehbuchautoren und Regisseure behandeln dieses Thema, aber es gibt drei Filme des Generation Programmes, die die Beziehung zwischen Mutter und Kind auf eine ganz besondere Art und Weise umzeichnen. Alle drei Filme erzählen gänzlich unterschiedliche Geschichten, doch am Ende ist es egal aus welchem Teil der Erde die ...
Wo sind die Väter?
Hintergrund

Wo sind die Väter?

Nach einem langen Berlinale Tag voller Filmerlebnisse, tollen Momenten und einer menge Stress komme ich erschöpft Zuhause an. Für den „normalen“ Kinobesucher endet der Berlinale-tag hier, er erledigt vielleicht noch ein Paar Dinge und geht dann schlafen. Für uns beginnt jetzt der spannende, herausfordernde Teil des Tages – besser der Nacht. Während der Berlinale werden wir zu Nachteulen, die oft bis lange in die Nacht hinein Grübeln, Reflektieren und Schreiben. Bis meine Augen nicht mehr können und irgendwann zufallen.Heute Nacht 00:43 sitze ich und lasse die Eindrücke der bisherigen Filme in meinem Kopf rumtanzen. Und während ich so vor mich hin denke, fällt es mir plötzlich auf: wo sind die Väter? In JEDEM Generation Film, den ich bisher gesehen habe fehlt der Vater! Beginnend mit dem 14...
Kalte Winde und blaue Monster
Kritik

Kalte Winde und blaue Monster

For English Version „Papa, wo bist du? Komm bitte bald zurück! Ich glaube das Monster hat meinen Papa geholt.“ Der japanische Kinderfilm Blue wind blows erzählt auf eine neue, einfühlsame Art die so oft umschriebene Geschichte vom Vater der verschwunden ist.Ao und seine kleine Schwester Kii leben in einer Küstendorf auf der japanischen Insel Sado. Vor dem Einschlafen reden sie über Monster, Tagsüber laufen sie zum Meer und schreien gegen den Wind. Eines Tages findet Ao eine vertraute, die ihn versteht und die für ihn da ist, wenn er seinen Vater vermisst. Ao und seine Freundin müssen nicht viel Reden, sie haben die selben Gedanken.Was „Blue Wind Blows“ besonders macht ist die Erzählweise des Filmes. Die typisch japanische, sehr ruhige Kameraführung, die durchgängig blassen Farben der ...
The confusing moon-song
Kritik

The confusing moon-song

In 2012 the Berlinale Generation presented the debut film of Indonesian director Kamila Andinis. Now six years later the filmmaker returns to Generation. In her new film "Sekala Niskala" she draws a colourful, sensitive picture of the life of her young Indonesian protagonists.I still remember Kamila Andini's debut film "The mirrow never lies lies". Fascinating underwater shots, authentic actors and a calm, not too overloaded plot - that remained in my mind. This film gave an insight into the lives of young people growing up in a floating village. Exciting and like a documentary at the same time - Kamila Andini managed to keep up the suspense with small means, so that her young audience remained interested despite the film's calm. In fact, this film aroused my fascination for Indonesia and ...
Das unverständliche Mondlied
Kritik

Das unverständliche Mondlied

2012 präsentierte die Berlinale Generation den Debütfilm der indonesischen Regisseurin Kamila Andini. Sechs Jahre später kehrt die Filmemacherin zurück zu Generation. Wie auch in „The mirror never lies“ zeichnet sie in ihrem neuen Film „Sekala Niskala“ in bunten, einfühlsamen Bilder das Leben junger, indonesischer Protagonisten.Ich erinnere mich noch gut an Kamila Andinis Debütfilm „The mirrow never lies“. Faszinierende Unterwasseraufnahmen, authentische Schauspieler und ein ruhiger, nicht zu überladener Plot – das blieb mir im Gedächtnis. Dieser Film gab einen ungestellten Einblick in das Leben junger Menschen, die in einem schwimmenden Dorf aufwachsen. Aufregend und dokumentarisch zur selben Zeit - Kamila Andini schaffte es mit kleinen Mitteln die Spannung aufrecht zu halten so, dass ...
10 Fakten über 303
Kritik

10 Fakten über 303

Der Eröffnungsfilm der Sektion Genration 14+ wurde gestern mit großen Applaus im Haus der Kulturen der Welt empfangen. Wir haben 10 Fakten über den deutschen Jugendfilm für euch!1. Die Probenzeit vor Drehbeginn war mit 6 Wochen überdurchschnittlich lang.Diese Zeit hat den beiden Hauptdarstellen geholfen sich gut in die Rollen einzuleben und die philosophischen Diskussionen authentischer darstellen zu können. 2. Die Entscheidung darüber wer Jule und Jan spielen sollte fiel in einem Taxi.  Hauptdarsteller Anton Spieker und Regisseur Hans Weingartner trafen sich in einem Café. Da Mala Emde (alias Jule) am selben Tag in den Urlaub fahren wollte, wurde kurzerhand eine Taxi zum Flughafen bestellt und sozusagen schon in der „richtigen Umgebung“ gecastet. Die Entscheidung fiel sofort a...
"Friendship is more powerful than war"
Interview

"Friendship is more powerful than war"

Some days ago I had an Skype-Interview with Yelizaveta Smith the director of the Ukrainian film „Shkola Nomer 3“. She couldn‘t be at the Berlinale in person, because she gave birth to her child. So I am very happy that I got the opportunity to talk with her via Skype. Yelizaveta is a very nice person and I was curious to find out more about the background of this great and touching documentary.How did you meet those wonderful children and how did you start the project?When the war in the Ukraine began many people who took part in the revolution didn't know what to do. I felt this kind of panic inside myself – I felt powerless. Then me and my friends were invited to take part in a volunteering program, where we had to go to eastern Ukraine. At that time it was free from the Russian military...
Körperliche und seelische Wunden
Kritik

Körperliche und seelische Wunden

Auf einer Farm in Neuseeland treffen 5 Menschen auf einander, die unterschiedlicher nicht seien könnten. In einem Meer aus unausgesprochenen Gefühlen spitzt sich die Situation zu. Körperliche und seelische Wunden vermischen sich in diesem spannungsgeladenen Film.Die 16 jährige Tia trampt nach einem Streit mit ihrer Mutter durch Neuseeland und wird Opfer eines Autounfalls. Auf der Flucht vor ihren Gefühlen und den Konflikten zuhause endet sie auf der Farm des werdenden Vaters Will – der Fahrer des Autos. Will lebt zusammen mit seiner hochschwanger Frau Donna. Da Tia nach dem Unfall Wills Leben gerettet hat, kann sie als unausgesprochenes Dankeschön auf der Farm bleiben. In einem Geflecht aus Anziehung, Provokation und Misstrauen lernen sich sehr unterschiedliche Menschen kennen. Konflikte e...
Poi E: Two sisters and their story
Hintergrund, Interview

Poi E: Two sisters and their story

Interview in englischer SpracheThe documentary “Poi E: the story of our song“ tells about how Dalvanius Primes song could encourage Generations to rediscover their traditional Maori roots. The sisters from New Zealand Taranaki made the whole way to Berlin. I was lucky to have the opportunity to speak to them.The aunties, as they are called are two heart-warming persons and as we started talking I was almost forgetting that this was an interview.Aunty Bib and Nana Bub (their nicknames) have been with “Poi E” since its consistence. They were foundation-members of the "atea Māori Club" since 1967 and 1981 when Dalvanius Prime arrived home from oversees and wrote "Poi E" they started to sing the song. They must have been in their 20ies early 30ies when they went to London to perform for the Qu...
Zwei Frauen und ihre Geschichte – ein Porträt
Hintergrund, Interview

Zwei Frauen und ihre Geschichte – ein Porträt

Der Dokumentarfilm "Poi E: Die Geschichte unseres Liedes" erzählt, wie Dalvanius Primes Lied Generationen dazu ermutigen konnte, ihre traditionellen Maori-Wurzeln wieder zu entdecken. Die beiden Schwestern aus Neuseeland Taranaki haben den weitenWeg nach Berlin auf sich genommen und ich hatte glücklicherweise die Gelegenheit mit ihnen zu sprechen.Die Tanten, wie sie genannt werden, sind zwei herzerwärmende Menschen und als wir anfingen zu reden, vergaß ich fast, dass wir grade ein Interview machten.Aunty Bib und Nana Bub (das sind ihre Spitznamen) haben das Lied "Poi E" seit seinen Anfangen begleitet. 1967 waren sie Gründungsmitglieder des "atea Māori Club" und als Dalvanius Prime 1981 aus Übersee nach Neuseeland zurück kam und "Poi E" schrieb, begannen sie, das Lied zu singen. Sie waren i...