Autor: Liv Thastum

Liv Thastum, *1997 in Berlin, beendet zurzeit den Master Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus. Sie war unter anderem für die Medien Litradio, Pfeil&Bogen und die dänische Zeitung Arbejderen tätig. Seit 2013 schreibt und leitet sie die Freien Generation Reporter:innen. Ihre deutschen und dänischen Texte wurden in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht und mehrfach ausgezeichnet. 2024 wurde sie für den 32. Open Mike nominiert und war Preisträgerin des WORTMELDUNGEN Förderpreises.
Interview

Wirklich nur für Babys? – Publikums Befragung zu Mini und die Fahrradmücke

Den erste Film im K+ Programm überspringen die meisten Leute sofort.“ Der ist für Babys!“ Ich habe meine kleine schwerster Anna gefragt was sie von dem dänischen Film „Cykelmyggen og Minibillen“ hält.Kannst du uns kurz erzählen worum es in diesem Film geht?Es geht um einen kleinen Käfer, der von dem Floh Mädchen Mirada geärgert wird. Er läuft dann weg und erlebt Abenteuer.Wie hat dir die Animation in diesem Film gefallen?Gut. Die kleine Minnibille fand ich richtig süß. Ich kenne auch andere tolle Filme von diesem Filmemacher. Zum Beispiel: „Die Tanzmücke und die Fahrradmücke“Was war deine Lieblingsszene?Am Witzigsten fand ich die Soldatenbiene, die einen Angeklagten, einen Beschuldiger und einen Richter zur gleichen Zeit spielt. Das Ende fand ich auch sehr schön. Außerdem hat mir die Musik...
Räucherstäbchen und Mönchskutten – Das ist der Buddhismus?
Hintergrund

Räucherstäbchen und Mönchskutten – Das ist der Buddhismus?

5 von 14 Langfilmen des diesjährigen Generation K+ Programms haben einen Buddhistischen Hintergrund.Darunter: „Es ist wie es Ist“ „Der weg zum Fluss“ und „Goldenes Königreich“ Aber was für eine Religion ist der Buddhismus? Welche Traditionen beinhaltet sie? Mit welchen Problemen wurden und werden Menschen in Süd Ost Asien konfrontiert und wie genau geht eigentlich meditieren?Der Buddhismus ist die viertgrößte Religion der Erde (nach Christentum, Islam und Hinduismus) und hauptsächlich in Süd-, Südost- und Ostasien verbreitet. Die Wurzeln des Buddhismus gehen bis ins 5. Jahrhundert v. Chr. Zurück.Buddhisten glauben daran, dass alle Wesen im Kreislauf des Lebens gefangen sind, sie sind gebunden durch Karma. Karma beschreibt die Taten, Gedanken und Emotionen, Wünsche und Begierden eines Lebew...
Hoffnung
Kritik

Hoffnung

© Kukunoor Movies „Für mich steht ein Regenbogen für etwas schönes, hoffnungvolles. Besonders Kinder sehen in einem Regenbogen etwas magisches“, Nagesh Kukunoor (Regiesseur von Dhanak/Regenbogen).Regenbogen ist ein sehr schöner Kinderfilm voller bewegender Momente. Der Zuschauer wird mit genommen auf die Reise der beiden Geschwister Pari und Chortu. Sie wollen den Filmstar Shah Rukh Khan treffen. Er soll ihnen dabei helfen, dass Choutu wieder sehen kann. In diesem Film findet man, die für Kinder perfekt Mischung von schönen, lustigen und bewegenden Momenten. Ein richtiger Berlinale Film!Aber obwohl dieser Film für Kinder ist, ist er durchaus auch sehenswert für ältere Leute. Nagesh Kukunoor zeigt dem Publikum ein ganz besonderes Indien. Ein indien wo jeder jedem hilft, wo man keine Angst ...
Erschlagend, deprimierend und frustrierend
Kritik

Erschlagend, deprimierend und frustrierend

Ja, richtig schwere Kost ist der schwedische Film „Flocken“. Jennifer wurde von einem Jungen aus ihrer Klasse vergewaltigt. Aber keiner glaubt ihr. Die Reaktion der Dorfbewohner ist absurd: sie beschimpfen, ignorieren und verstoßen Jennifer und ihre Familie. Es dauert nicht lange, da haben sich alle gegen sie gewand. Das besondere an dieser sonst doch etwas typischen Geschichte ist, dass der Täter nicht nur als böse dargestellt wird, sondern auch selbst irgendwo ein Opfer ist. Immer wieder kommt die Frage auf wer hier eigentlich der böse ist. Keiner hilft den beiden Jugendlichen. Die Erwachsenen sind kindischer als die Kinder. Die Situation ist aussichtslos. Gleich zu beginn ist mir aufgefallen, wie ruhig dieser Film ist. Nicht, dass er langweilig ist. Es ist einfach leise. Nur selten...
Kritik

Erste Liebe

14+ erzählt die rührende Geschichte einer ersten Liebe. Ein Film zum träumen und drin versinken. Einfach wunderschön!Jeder der einmal verliebt war, wird sich in diesem Film wieder finden können. Mit viel Gefühl und einer guten Portion Humor beschreibt dieser Film wie zwischen Alex und Vika eine zarte, erste Liebe entsteht. 14+ vermag es dem Zuschauer das Gefühl zu geben selbst wieder zum aller ersten mal so richtig verliebt zu sein. Ich denke viele Jugendliche können sich mit der Hauptrolle Alex identifizieren. Das liegt zum einen an den schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers Gleb Kalyuzhny, aber auch an den vielen kleinen Momenten, in denen man sich selbst wieder sieht. Wer weiß nicht wie schwer es ist der Person in die man verliebt ist zu sagen was man empfindet? Oder wer erinne...
Bunt wie Konfetti
Kritik

Bunt wie Konfetti

„Dieser Film erzählt die Geschichte eines Mädchens, das versucht sein Leben in den Griff zu bekommen.“, Tallulah Hazekamp Schwab (Regieseurin von Konfetti Ernte).Katelijene hat es nicht leicht, zusammen mit ihren Eltern und ihren 6 Brüdern wohnt sie auf einem Bauernhof. Sie sind Teil einer stark protestantischen Gemeinde. Überall geht es darum, wie sie sich benehmen muss. „Du musst Gottes Willen folgen, sonst wirst du in der Hölle landen.“ Immer wieder wird ihr gesagt, dass sie nicht dazu gehöhrt. Wenn sie mit ihrem Lieblingsbruder durch die Felder streift, träumen sie von Kanada.Dieser Film gibt einen sehr guten Einblick in eine streng christliche gemeinde, vermag es aber dabei unterhaltsam und mitreißend zu sein. Obwohl die Geschichte in den 80’ ern spielt, wird einem klar, dass es auch ...
Ein etwas schräger Prinz
Kritik

Ein etwas schräger Prinz

Gangfight, verliebte Jungs, Familienprobleme und viel Humor. „Prince“, der diesjährige Eröffnungsfilm der Sektion 14+ läst das Publikum etwas verwirrt, aber mit einem Grinsen im Gesicht aus dem Kinosaal gehen. So ganz kann niemand sagen ob der Film nun gut oder eher mittelmäßig war. Aber unterhaltsam war es auf jeden Fall. Was besonders an diesem Film ist, ist der ungewöhnliche Humor. Der Regisseur Sam de Jong traut sich selbst in den ernstesten Szenen seinen schrägen Humor einzubauen. Dadurch bleibt der Film leicht und unterhaltsam, aber auch selten wirklich bewegend. Ein Beispiel: Der Vater des Hauptprotagonisten Ayoub ist ein Junkie, oder ein kleiner Vogel wie sie ihn ihm Film nennen. Es kommt wie es kommen muss, eines Abends als Ayoub mit einem sehr schrägen Typen durch ...
Kritik

Echte Vampire?

Jeder platz im HKW ist besetzt, „What we do in the shadows“ ist komplett ausverkauft. Eine Dokumentation über Vampire, das hat anscheinend viele angesprochen. Eine Bombenstimmung im HKW und schon nach den ersten 2 Minuten ist klar, dieser film ist klasse. Bei einem Berlinale Film hab mich selten so gut amüsiert, das Publikum ist schlapp vor Lachen. Super lustig und unterhaltsam ist die „Dokumentation“. Schließlich bekommt man nicht alle tage Einblick in das leben eines echten Vampirs. Wer hätte gedacht, dass Vampire auch in WGs wohnen.Mir hat dieser Film super gefallen und wer einen lustigen, unterhaltsamen Film sucht ist hier genau richtig. Ich habe mich aber gefragt wieso dieser Film im 14+ Programm steht. Nicht das Teenager diesen Film nicht sehen könnten, aber er hätte genauso gut in e...
Kritik

Ein misslungenes Experiment

Was der Titel „Violet“ mit diesem merkwürdigen Film zu tun hat, habe ich erst im Publikumsgespräch erfahren. Die Farbe Violet ist die letzte Farbe die das menschliche Auge sehen kann, danach kommt Ultraviolet und diese Farbe kann das Menschliche Auge nicht aufnehmen. Der Film versucht zu beschreiben wie man in schock dinge sieht, die nicht da sind und wie man die Welt um sich herum aufnimmt wenn man etwas Schreckliches erlebt hat. Jesse ist dabei als sein Freund erstochen wird, er ist im totalen schock.Das besondere an diesem Film ist der Ton und die Kamera. Im gesamten Film wird nur ein Lied gespielt, das Lied „Violet“ Sonst herrscht totale stille, keine Dialoge fast keine Geräusche, nichts. Man sieht ein Auto eine Straße entlang fahren, zuerst hört man gar nichts und dann wird das Geräus...
Kritik

Tauch ein!

„Il Sud e niente“ ist ein Film über die Trauer einen Menschen zu verlieren. Grazias Vater hat nie erzählt was mit ihrem Bruder passiert ist. Eines Abends kam er Nachhause und meinte er sei tot. Seit diesem Abend wird nie mehr über den Bruder gesprochen. Nur mit ihrer Großmutter kann Grazia noch über ihren Bruder reden, wie er war und was sie zusammen erlebt haben.  „Einmal hat er dir ein wunderschönes Prizessinenkleid angezogen und dich mit zum Strand genommen. Ihr seid in das Boot gestiegen und losgefahren. Du warst so begeistert... du bist rum gesprungen und im Boot hin und her gerannt. Aber plötzlich bist du über Bohrt gefallen. Dein Bruder ist sofort ins Wasser gesprungen. Er hat gesucht und gesucht, aber er konnte dich nicht finden. Am Ende warst du es, die ihn gefunden hat. Du ...