Schlagwort: kplus

Autokar
Kritik

Autokar

Die kleine Agata umarmt ihre Großeltern ganz fest, dann dreht sie sich um und steigt in den Bus ein. Im Inneren ist es dunkel, die Blicke vieler unbekannter Gestalten liegen auf ihr. In der ausdrucksstarken Bildsprache des Zeichentrickfilms “Autokar” von Sylwia Szkiłądź wirken sie wie eine Mischung aus Mensch und Tier. Die achtjährige Agata setzt sich auf einen Platz am Fenster und winkt ihren Großeltern zum Abschied zu. Schon fährt der Bus los und die fantastische Reise beginnt… Sie fährt von Belgien, wo ihr Vater und ihre Großeltern wohnen, zu ihrer Mutter nach Polen. Zum Abschied schenkt ihr Vater ihr einen Stift. Damit schreibt sie ihm schon auf der Reise einen Brief. Doch bei einem ruckartigen Halt fällt der Stift runter und rollt unter die Sitze. Sie quetscht sich an der Fledermaus-F...
Der legendäre Berlinale-Schal oder 20 Jahre Berlinale Family
Interview

Der legendäre Berlinale-Schal oder 20 Jahre Berlinale Family

im Interview mit einer treuen Berlinale Gängerin 2005 wurde ich das erste Mal von meiner Mutter mit auf die Berlinale genommen, und von fast allererster Stunde war Suse dabei, mit der ich seit dem jedes Jahr auf die Berlinale gehe und ganz viel gemeinsame Fetsival Geschichte teile. Ich habe mich schon immer gefragt, wie sieht die Berlinale für einen Menschen aus, der seit 20 Jahren das Festival besucht? Am Mittwochnachmittag treffe ich Suse im Cafe an der Urania, um uns über gemeinsame Berlinale Zeiten zu unterhalten. freie Generation Report:innen: Vielleicht erst mal zum Einstieg: wie bist Du zur Berlinale gekommen und kannst du Dich an deinen aller ersten Film erinnern? Suse: Nein, an meinen ersten Film erinnere ich mich leider nicht… Aber alles hat angefangen 2005, da habe ich...
Gemeinsam
Kritik

Gemeinsam

Mit nichts als einem Campingwagen und ihrer Gemeinschaft ausgestattet, zieht eine Gruppe 20-Jähriger über das griechische Land. Niemand bestimmt ihre Route, sie fahren einfach den Straßen entlang. Unterwegs helfen sie Menschen, die in Armut leben, ihre Wäsche zu waschen. Als Chloe (Daphné Patakia) sich in ihrem Zuhause in Athen nicht mehr sicher fühlen kann, bricht sie auf und wird von der Camping-Crew aus dem Auto eines gewalttätigen Mannes gerettet. Von deren Gemeinschaft inspiriert, entscheidet sie sich, ihnen für ein Stück zu folgen. I Argries Meres Mas fühlt sich nach dem ultimativen Roadtrip-Movie an. Mit wunderschönen und warmen Bildern des griechischen Sommers bringt Regisseur Vasilis Kekatos seine Utopie von Jugend auf die Leinwand. Er belebt eine Idee von Gemeinschaft wieder, ...
Die Feuersage vom Affenjungen
Kritik

Die Feuersage vom Affenjungen

Eine Kritik zu Ran Bi Wa Schemenhafte Waldstriche, grauweiße Schneelandschaften und eine abenteuerliche Reise, die Suche nach dem geheimnisvollen Heiligen Berg. "Ran Bi Wa - A Story About Fire" ist eine poetische Fabel über einen Affenjungen - Ran Bi Wa - und seinen treuen Gefährten, den Wolf Doggie. Gemeinsam ziehen sie los, das Geheimnis der Wärme zu lüften und verfolgen dabei die Spur von Ran Bi Was Mutter Awubaji, die sich Jahre zuvor auf dieselbe Suche machte. Doch bevor sie am Heiligen Berg angelangen, müssen sie viele Gefahren durchstehen und Herausforderungen bewältigen. Währenddessen wird ständig zwischen den zwei Erzählebenen gewechselt, denn in einer Art Déjà-vu-Sequenzen werden Parallelen zu Awubajis Reise gegengeschnitten, die viele Erlebnisse schon vor Ran Bi Wa und Dog...
Die Kontur der Eisschollen
Film und Poetry

Die Kontur der Eisschollen

Eine lyrische Kritik zum Kurzfilm Anngeerdardardor von Christoffer Rizvanovic Stenbakken. danish version below Anngeerdardardorist das grönlandische Wort für Dieb – vielleicht ein so langes, weil dem Land so viel geraubt wurde.Ein Junge sucht und sucht nach seinem Hund.Er weiß, dass Schlittenhunde nicht gleich aussehen, genauso wie Eisschollen nicht gleich aussehen,kann er sehen, dass das Meer, imaq, zugefroren ist und der Hund Welpen bekommen soll, damit er Schlitten fahren kann.Aber auf welchem Eis wirst du fahren, Kaali, wenn das Meer nicht mehr zufriert?Wenn die Sonne - Anngeerdardardor, wenn der Kapitalismus - Anngeerdardardor,wenn der Kolonialismus und der Machtkampf der westlichen Länder das Eis geschliffenund dein Land aufgebraucht haben.Wenn das Licht wechselt von weiß zu bl...
Flammengewalt auf der Berlinale-Leinwand
Kritik

Flammengewalt auf der Berlinale-Leinwand

Eine Kritik zu Only on Earth von Sarah & Liv Knisternd und brodelnd züngeln die Flammen um die Feuerwehrkräfte herum. Die Winde treiben das Feuer immer weiter an, es schlägt meterhoch aus. Ein Mann in einem Bagger schiebt Erdmassen auf, um eine natürliche Barriere gegen das Feuer zu schaffen — und fährt dabei immer wieder direkt in die Flammen. Feuerwehrkräfte sind zu Fuß zwischen den einzelnen Brandherden unterwegs und versuchen sie ohne Wasser zu löschen — das Löschfahrzeug ist noch nicht da. Die Szenerie ist tieforange und verraucht. Only on Earth zeigt gewaltvolle dokumentarische Szenen direkt aus den Waldbrän...
Nicht programmiert, sondern gefühlt – Freundschaft trotz Metall und Entfernung
Kritik

Nicht programmiert, sondern gefühlt – Freundschaft trotz Metall und Entfernung

© OUTSIDERS eine Kritik zu „Space Cadet" Verlust, Veränderung, Einsamkeit und vor allem Freundschaft; diese Themen werden in dem Animationsfilm „Space Cadet“ von Eric San (aka Kid Koala) auf liebevolle Weise dargestellt.  Zunächst lernen wir Celeste und ihren Roboter - Freund kennen. Die beiden sind ein eingespieltes Team und gehen gemeinsam durch dick und dünn. Durch Robots Fähigkeit, Erinnerungen auf seiner Festplatte zu speichern und diese später anzuschauen, erfahren wir, dass Celestes Mutter eine Weltall- Forscherin war und ihre Tochter mithilfe von Robot allein aufgezogen hat. Wir erleben Rückblenden, in denen Celeste ihrer Mutter neugierig bei der Arbeit zuguckt und diese ihr liebevoll die Sterne erklärt. Mit aller Hingabe zieht Robot das Mädchen nach dem Verlust ihrer Mu...
Alle Wege führen ins Jenseits
Kritik

Alle Wege führen ins Jenseits

Eine Kritik zu A natureza das coisas invisíveis oder Das Wesen der unsichtbaren Dinge, dem Kplus Eröffungsfilm der Berlinale 2025 Jeder Mensch wird in seinem Leben früher oder später mit dem Tod konfrontiert, doch haben wir alle ganz unterschiedliche Wege oder Traditionen, damit umzugehen. Im diesjährigen brasilianisch/chilenischen Kplus Eröffnungsfilm wird genau dieses, zunächst düster und schwer erscheinende Thema, aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet – vorranging jedoch aus den Augen der Kinder. Die beiden Protagonistinnen Gloria und Sofia haben ihre ganz eigene Art und Weise, den Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt zu betrachten. Eine treffende Beschreibung dieser Sichtweise gibt meiner Meinung nach der Leiter von Generation Sebastian Markt, als er vorab gebeten wird, das...
Zusammen wird alles gut!
Kritik

Zusammen wird alles gut!

eine Kritik zu "It's okay". Tanzen steht im Mittelpunkt von In-youngs (Lee Re) Leben. Auch ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter gibt ihr das Tanzen Trost und Gefühle von Stärke und Sicherheit, weil auch für In-youngs Mutter das professionelle Tanzen ein Traum war, den In-young ihr und sich selbst erfüllen möchte. Nach außen wirkt In-young immer glücklich und lebensfroh, innerlich muss sich die Teenagerin mit Problemen zurechtfinden, mit denen niemand in ihrem Alter konfrontiert werden sollte: Seit dem Tod lebt In-young alleine, hat keinen Vormund und versteckt sich vor dem Jugendamt, welches immer mal wieder an der Tür auftaucht. Mit ihrem kleinen Minijob in einem Convinience-Store lässt sich die Miete aber kaum stämmen, weshalb In-young aus der Wohnung fliegt und kurzerhand entschließt h...
Von starken Töchtern und Müttern
Hintergrund

Von starken Töchtern und Müttern

eine Kritik zu "Reinas" Lima, Peru, 1992. Politisch und wirtschaftlich steht das Land vor Krisen und Herausforderungen. Während die Wirtschaft in sich zusammenbricht und eine drastische Inflation die Bürger:innen belastet, stehen Terror und Gewalt auf der politischen Agenda. Im April 1990 stehen Wahlen an, die Alberto Fujimori mit seiner neu gegründeten Partei „Wechsel 90“ gewinnt. Er gilt in der Bevölkerung als politischer Außenseiter, der sich für die benachteiligte Gruppen einsetzt und gegen den Terrorismus und die Korruption vorgehen will. Den Terrorismus bekämpft er mit seiner Politik vermeindlich, indem Waffen an Gemeinden ausgegeben werden, um sich gegen den Terror wehren zu können. Zudem wird von exekutiver Seite nicht mehr gegen einen Grundterror vorgegangen, sondern vereinz...